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Ornamente – Mitmach-Installation aus Schnüren und Papierfiltertüten

Freitag, 10. Februar 2012 | Autor:

Die Kunst-AG der Leopold-Sonnenmann Realschule Höchberg bot im Rahmen des Projekts “Weg der Ornamente” unter der Leitung von Karin Kasberger (Realschule Höchberg)
und Daniela Brems (Museumspädagogik im Kulturspeicher)
im Foyer des Kulturspeichers eine „Mitmach-Installation aus Schnüren und Papierfiltertüten“ an.

(Vollständiger Artikel abgedruckt in BDK Fachverband für Kunstpädagogik. BDK-Info 17/2011: http://www.bdkbayern.de/zeitschrift-bdk-info/aktuelle-ausgabe.html)

Ausgehend von einer assoziativ angelegten Betrachtung ausgewählter Werke der Ausstellung im Museum des Kulturspeichers wurden persönliche Vorstellungen und Erfahrungen der Schüler mit der Thematik des Ornaments in Beziehung gesetzt. Dahinter steckte die Absicht, die Ausstellungstücke und ihre ornamentalen Strukturen vollständig zu durchdenken. Die Vermittlung sollte über das reine Betrachten und Anschauen hinaus in ein Erfassen der Formenhaftigkeit übergehen, um dann auch Verknüpfungspunkte mit der Welt der Schüler zu suchen. Bildnerische Grundprinzipien des Ornaments wie Reihung und Rhythmus, Spiegelung und Symmetrie wurden auf konkrete Formen im alltäglichen Erfahrungshorizont übertragen und förderten nachhaltig das Verstehen der Bildwerke.

Die Idee ein Ornament-Objekt aus ganz einfachen Alltagsgegenständen zu gestalten, entstand im offenen Gespräch und kam von den Schülern selbst.
Diverse, banale Gegenstände mussten nun mit anderen Augen gesehen, ästhetisch erforscht und ihre Form auf Verwendbarkeit als Ornament überprüft werden. Primäres Kriterium für die Materialauswahl war schließlich die Reproduktion einer Form durch ausreichende Stückzahl und eine relativ unkomplizierte und günstige Beschaffbarkeit.

Der Fokus fiel auf Kaffee-Papierfiltertüten, die einfach und in großer Zahl zu beschaffen waren.

Aneinandergelegt und die Perforation bemalt, ergaben sie die Form eines antiken Mäanders und verwiesen zudem auf die aneinandergefügten Rautenformen der Bronzeskulptur von Barbara Hepworth, einer Bildhauerkollegin des britischen Künstlers Henry Moore, die mit „Square forms“ in der Ausstellung vertreten war. In Auseinandersetzung mit der Formenwelt der Künstlerin und ausgehend von den Grundprinzipien des Ornaments entwickelten die Schüler eine ganz eigenständige Objektlösung.

Analog zum Mäanderband als Metapher der Unendlichkeit wuchs die Installation durch die Zusammenarbeit von Schülern und Ausstellungsbesuchern aus Kaffeebohnengläsern am Boden an Schnüren bis in vier Meter Höhe der Eingangshalle. Die Reduktion der Farbigkeit unterstrich die Einfachheit und Alltäglichkeit der Filtertüten und lenkte den Blick auf die Mäanderform. Wie die bodenlose Kaffeetasse, die durch Fast-Food-Restaurants allseits bekannt sein dürfte, scheint sich der Filtertütenmäander endlos fortzusetzen. Zugleich entstand beim Durchschreiten der Installation der Eindruck einer „Kaffeefiltertütenplantage“.

Obwohl Kunst bekanntlich viel Arbeit macht und das Aufziehen und Befestigen der Filtertüten manchmal einem Drahtseilakt glich, bereitete die Aktion den Schülern sichtlich Spaß, so dass sie am Fußboden die Filtertüten zu einem großen „Waben-Ornament“ weiter legten.

Durch Bemalung der Perforation, Aneinanderreihung der Elemente und Präsentation im Kulturspeicher wurden die alltäglichen Filtertüten in einen neuen Kontext gesetzt, verfremdet, anders wahrgenommen und zugleich die gewohnte Sichtweise auf die Alltagsobjekte aufgehoben.

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Thema: Ausstellungen/Projekte mit SchülerInnen

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